Rechte und Pflichten des Mieters bei Sanierungsarbeiten

Klar, bauen macht Dreck. Und Lärm, und Ärger. Insbesondere im Wohnhaus, in den eigenen 4 Wänden. Wenn der Vermieter Modernisierungen durchführt oder das Haus saniert, müssen site-474805_640(1)Mieter immer leiden. Sie können nur hoffen, dass alles bald überstanden ist und anschließend der Wohnwert der gemieteten Wohnung deutlich gestiegen ist. Und, dass sie die dann höhere Miete bezahlen können.

Der Vermieter muss bei der Ankündigung der Sanierung oder Modernisierung dem Mieter mitteilen, wie hoch die zu erwartende Miete sein wird. Nach neuester Gesetzgebung kann diese Ankündigung jedoch deutlich von der späteren Summe abweichen. Der Mieter muss das dann schlucken, natürlich nach Überprüfung. Diese später höhere Miete ergibt sich aus der Umlage, die der Vermieter nach diesen Arbeiten den Mietern überhelfen kann. Die Modernisierungskostenumlage beträgt 11 % der entsprechenden Kosten pro Jahr.

Was muss der Mieter dulden

Flattert ein solches Schreiben ins Haus, in dem der Vermieter eine Modernisierung ankündigt, muss der Mieter diesen Arbeiten zustimmen. Und damit auch der erhöhten Miete. Macht er das nicht, kann die Zustimmung gerichtlich eingeholt werden. Mit entsprechenden Kosten für den Mieter. Bevor der Mieter zustimmt, sollte er unbedingt den Mieterverein oder einen anderen Mietrechtsexperten konsultieren.

Denn oftmals werden für Modernisierungen oder Sanierungen Kosten angesetzt, die eigentlich Instandhaltungskosten sind und somit vom Vermieter zu tragen. Für besonders alte oder sehr kranke Mieter gibt es die Möglichkeit, mit Verweis auf die Sozialklausel diese Arbeiten zu verweigern. Der Vermieter wird dann darauf dringen, dass der Mieter für diese Zeit in ein anderes, vom Vermieter bereitgestelltes Quartier umzieht.

Das kann auch ein Hotel sein. Ansonsten würden die Bauarbeiten verzögert. Nötigenfalls muss der Vermieter die Zustimmung des Mieters, auch des älteren Mieters, vor Gericht einklagen. Eine weitere Verpflichtung des Mieters ist es, den Bauleuten während deren Arbeitszeit jederzeit nach Vorankündigung Zutritt zur eigenen Wohnung zu verschaffen.

Die Rechte des Mieters

Der Mieter hat das Recht, bei dauerhafter Beeinträchtigung des Wohnwertes durch die Bauarbeiten die Miete zu mindern. Diese Beeinträchtigung muss er nachweisen. Er kann auch, zunächst auf eigene Kosten, sich eine andere Wohnung suchen für die Zeit. Er muss dann sehen, inwieweit er mit dem Vermieter über deren Bezahlung eine Klärung erreicht.